Informationen für den Züchter von Grossen Schweizer Sennenhunden

Auf den 1. Juli 2005 setzte der Zentralvorstand das, vorgängig von der Delegiertenversammlung genehmigte, neue "Zucht- und Eintragungsreglement (ZER)" in Kraft. Dies kann auf der Homepage der SKG unter der Rubrik "Reglemente / Weisungen" eingesehen werden.

Der Klub für Grosse Schweizer Sennenhunde hat das ZER/SKG ergänzende Zucht- und Körbestimmungen (EZKB) ausgearbeitet. Diese wurden an der ordentlichen Hauptversammlung vom 17. März 2007 genehmigt. Diese EZKB ersetzen alle bisherigen Reglemente und Einzelbeschlüsse.

Download: Ergänzende Zucht- und Körbestimmungen (EZKB)

Ergänzende Informationen zur Aufzucht von GSSHs

1. Schutz eines Zuchtnamens

Neuzüchter/innen: Der Antrag zum Schutz eines Zuchtnamens muss vor dem ersten Deckakt an die SKG gestellt werden. Die entsprechenden Formulare sind bei der SKG erhältlich. Bei der SKG sind auch die Deckbescheinigungs- und Wurfmeldeformulare erhältlich. Im Idealfall vor - auf jeden Fall kurz nach der ersten Belegung der Hündin - muss die Zuchtstätte durch den Klub für GSSH begutachtet werden.

2. Deckakt

Die Hündin ist kurze Zeit vor der Läufigkeit, in der sie belegt werden soll, zu entwurmen und der Impfschutz ist zu erneuern.

Der Besitzer oder die Besitzerin des ausgewählten Deckrüden ist rechtzeitig zu kontaktieren.

Die Zuchtzulassung beider Hunde (Rüde und Hündin) sind gegenseitig zu überprüfen (Zuchtausweis und Chipnummer (evtl. Tätowiernummer).

Der Deckakt ist auf jeden Fall zu überwachen. Auch wenn Rüde und Hündin nicht hängen geblieben sind, kann die Hündin trächtig werden. Es ist verboten, einen zweiten Rüden aufzusuchen in der Meinung, der erste Rüde habe nicht „richtig“ gedeckt. Die Zuchtkomission hat das Recht, in Zweifelsfällen die Abstammung nachprüfen zu lassen.

Nach erfolgtem Deckakt ist die Deckbescheinigung auszufüllen und von beiden Parteien zu unterschreiben.

3. Trächtigkeit

Während der Trächtigkeit ist die Hündin fit zu halten, d.h. tägliche Spaziergänge sind wichtig um Beweglichkeit und Kondition zu erhalten. Im letzten Viertel der Trächtigkeit wachsen die Hundefoeten stark. Ab der 6. Trächtigkeitswoche benötigt die Hündin rund doppelt so viel Futter wie normalerweise.

4. Wurflager

WurfkisteWurfkiste

Das Wurflager muss im Wohnbereich oder zumindest in unmittelbarer Nähe zum Wohnbereich des Züchters oder der Züchterin aufgestellt sein. Eine Woche vor Geburtstermin ist das Wurflager fertig gestellt und steht der Hündin zur Verfügung.

Grösse der Wurfkiste: ca. 1.20 m x 1.50 m

Inhalt: Isolierter Boden (z.B. Gummimatte), darauf eine bequeme, weiche Matte (z.B. Vetbed oder Softbed), zuoberst ein Baumwolltuch („Leintuch“).

Sauberkeit ist sehr wichtig, deshalb sind Materialien zu verwenden, die täglich gewechselt und gewaschen (Kochtemperatur) werden können.

 

5. Geburt

Die Betreuung und Überwachung der Hündin muss während der ganzen Geburt gewährleistet sein. Die Geburt ist zu dokumentieren, d.h. für jeden geborenen Welpen die Uhrzeit, das Geschlecht, ein Erkennungsmerkmal (z.B. grosser Nackenfleck) und das Gewicht aufzuschreiben.
Wehenmittel gehört in die Hände von Fachleuten, Dosierung und Zeitabstände sind genau einzuhalten. Eine weitere Möglichkeit, die Geburt positiv zu beeinflussen, bieten homöopathische Produkte.
Es ist empfehlenswert, sich mit Röntgen oder Ultraschall zu vergewissern, dass die Geburt abgeschlossen ist und nicht noch ein oder mehrere Welpen in der Gebärmutter verblieben sind. Ist dies der Fall, so ist die Hündin extrem gefährdet. Abtasten des Bauches ist bei grossen Hündinnen keine zuverlässige Methode um sicherzugehen, dass alle Welpen geboren sind.

6. Welpenaufzucht

WelpenaufzuchtWelpenaufzucht

Die Entwicklung der Welpen ist ein fortlaufender Prozess. Streicheln und liebkosen gehört vom ersten Tag an ins Pflichtenheft des Züchters oder der Züchterin.

In den ersten 10 Tagen sind die Welpen einzeln täglich zu wägen um allfällige Unpässlichkeiten festzustellen. Später können die Intervalle zwischen dem Wägen vergrössert werden (alle 3-5 Tage).

Nach dem Verlassen der Wurfkiste hat den Welpen und dem Muttertier ein grosses, ausbruchsicher umzäuntes (kein Hühnerdraht) Gehege zur Verfügung zu stehen. Eine vor Wind und Wetter schützende Hütte ist für Hündin und Welpen vom Freilauf her jederzeit begehbar. Es sind im Aussenbereich an geeigneten Stellen genügend isolierte Liegeplätze bereitzustellen. Das Gehege und die Hütte sind sauber zu halten. Es darf keine Verletzungsgefahr bestehen. Bei Winterwürfen sind Wärmelampen zu installieren. Frisches Wasser ist immer frei verfügbar.

Verschiedenartige Bodenbeschaffenheit, Spielsachen sowie Kontakte mit möglichst vielen Gegenständen, Tieren und Menschen bereiten die Welpen optimal auf ihr späteres Leben vor.

Die Welpen sind am 10. Tag nach der Geburt zum ersten Mal und dann in Abständen von 14 Tagen regelmässig einzeln zu entwurmen. Die Dosierungsangabe auf den Beipackzetteln der Präparate ist einzuhalten.

Die Mutterhündin (Ammenaufzucht ausgenommen) hat bis zur Abgabe der Welpen täglich - zumindest zeitweise - beim Wurf zu sein. Als Rückzugsmöglichkeit ist ihr im Gehege ein für die Welpen unerreichbarer, erhöhter Liegeplatz einzurichten. Die Milchleistung der Hündin ist enorm und erfordert eine bis dreimal so hohe Futtermenge wie normalerweise.

Vor Abgabe der Welpen sind sie in der achten und zehnten Woche zu impfen (Grundimmunisierung).